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von der entfremdung spricht man, wenn ein menschenwerk von seinem meister unabhängig wird und ohne ihn weiter existiert. es kann sich dabei um ein kunstwerk handelt, wo sich das gemälde vom künstler trennt und ein eigenes leben mit eigener geschichte führt. es kann auch ein künstliches intellekt sein, ein robot, vom menschen erschaffen, und vermutlich den menschen irgendwann bezwungen.

überraschend ist, welche bedeutung&rolle schönheit hat/spielt. die böse und eitle königin aus “schneewittchen”, die ihre schönheit mit magischen tricks pflegt, elizabeth bathory, die jungfrauen killt und in ihrem blut badet: es liegt nahe, dass schönheit nicht mehr ein geschenk der natur ist, das man hat oder eben nicht hat; schönheit wird zu einem stück eisen, das aktiv geschmiedet wird. und weil schönheit nicht bloß ein hübsches gesicht und geschmeidige haut garantiert, sondern zu einer mächtigen waffe entwickelt werden kann, wird sie begehrt. deshalb will ich in diesem kontext von schönheit wie von einem kunstwerk reden, an dem eine frau so mühevoll arbeitet. wie zu anfang aufgezeigt, früh oder später, wenn es fertig ist oder ein grad an perfektion erreicht, gewinnt das werk an unabhängigkeit und trennt sich vom künstler. es hat eine eigene identität. ebenso widerfährt es auch der schönheit der frau. je intensiver die arbeit daran, umso fremder wird das verhältnis der frau/des menschen zum eigenen körper. der körper wird zu einer waffe und so zu einem objekt.

das objekt wird vergöttert, auf den altar gebracht. es fließt blut zu ehren der schönen, wobei hinter der schönen sich ein mensch versteckt, der machtlos der schönheit ausgeliefert wird.

zu beachten wäre, dass schönheit auch jugend und unsterblichkeit klassischerweise mit sich verbindet. das streben nach der eigenen schönheit ist also ein geschlechtsloser drang. die pflegung der schönheit wird zum mittel, um dem altern und dem tod zu entgehen. indem man z.B. zauberei nicht auf die tötung der gegner, sondern auf die schönheit des eigenen gesichts anwendet, sorgt man für die unverwundbarkeit und unsterblichkeit.